Vom Musik-Hören zum Musik-Erleben
Bild von Hartmut Schirmacher
Bild: Hartmut Schirmacher
Foto: German Döhm

Wir, Matthias Babl und Matthias Göbel, begegneten uns 1994 während unseres Musikstudiums am Richard-Strauss-Konservatorium in München und besuchten gemeinsam Seminare mit Sergiu Celibidache. Dieser außergewöhnliche Dirigent faszinierte uns beide durch seine besondere Herangehensweise an das Klangliche der Musik. Aus dieser musikalischen Begegnung heraus entstand der Wunsch, eine eigene Konzertform mit anderen Darbietungsmöglichkeiten und Hörerlebnissen zu entwickeln.

Wir möchten den Gesprächskonzertbesucher aktiv in einen Erlebnisprozess vom Klang hin zur Musik einbeziehen. Zu wissen, wie man Musik bewusst hört, ist keine Selbstverständlichkeit. Aber diese Fähigkeit kann in jedem geweckt werden: Dazu ist kein Fach-Vorwissen irgendwelcher Art nötig, sondern die innere Bereitschaft, ein qualitatives Hören zwischen den Klängen in sich zu aktivieren. Dadurch können diese Klang-Resonanzen im eigenem Gefühlsleben mehr und mehr bewusst werden und wir können diese Erfahrungen im Gespräch auch miteinander teilen.

Dieser erweiterte Musik-Hörprozess wird von uns in Form eines Gesprächskonzertes angeregt. Nicht nur dadurch, dass wir uns auf ein Hauptstück, z.B. einen Sonatensatz, beschränken, sondern auch, indem wir Erlebnis-Brücken bilden, im Wechsel zwischen Musik einerseits, und dem Gespräch mit dem Publikum andererseits.
Hinzu kommen Informationen über Musikepoche, Komposition und Biografie des Komponisten, Offenlegung der harmonischen Struktur, Erleben von Rhythmus und Takt, Wiedererkennen einer Melodie im Prozess der Komposition und des Hörens und vor allem das wiederholte Vortragen des gesamten Hauptstückes.

Dadurch kann beim Zuhörenden auch ein vertieftes Erkennen der Erlebnismöglichkeiten beim Musik-Hören entstehen, das sich bei der nächsten Begegnung mit Musik fortsetzen kann.

Die Durchführung der Gesprächskonzerte erleichtern eher kleinere Räume – öffentliche wie private -  und damit auch den Austausch mit den Zuhörern. Zu diesem Erlebnis und Austausch sind Interessierte aller Altersstufen willkommen.


Musikworkshop
Musik Hören - Bewusst Fühlen - Mit Worten Umschreiben

Der Workshop unterscheidet sich vom Gesprächskonzert im Wesentlichen durch weitaus mehr zur Verfügung stehende Zeit. Die Erfahrung seit Beginn unserer Gesprächskonzerte (1994) zeigt seit langem, dass der zeitliche Konzert-Rahmen schon bei einer zweisätzigen Sonate deutlich gesprengt würde und damit die Konzentration der Zuhörer leicht überfordert wäre. Somit stellt der Workshop eine gute Möglichkeit dar, mehrere Musikstücke, zum Beispiel alle Sätze einer Sonate auf die beschriebene Art zu erleben.
Der Workshop richtet sich an interessierte Menschen jeglichen Alters mit und ohne Vorerfahrungen.


„Kaum hatte die Schlange dieses ehrwürdige Bildnis angeblickt, als der König zu reden anfing und fragte:
Wo kommst du her? – Aus den Klüften, versetzte die Schlange, in denen das Gold wohnt. – Was ist herrlicher als Gold? fragte der König. – Das Licht, antwortete die Schlange. – Was ist erquicklicher als Licht? fragte jener. – Das Gespräch, antwortete diese.“

Aus Goethes ’Märchen’